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Das Bild zeigt Fahrer Carsten Reis am Steuer des Sattelzuges der BTK, Rosenheim (Bayern)

Nachgefragt

Karsten Reis zum Leben als Fahrer

Karsten Reis (47) hätte bei einer jährlichen Fahrleistung von 140.000 Kilometern ungefähr 80-mal die Erde umrunden können. Das sind 3,5 Millionen Kilometer. Die Hälfte davon war er für BTK unterwegs. Nachgefragt haben wir, wie sein Berufsalltag so aussieht.


Sie fahren einen DAF XF 106. Wie sehr hängen Sie an Ihrem Fahrzeug?

Nicht besonders. Es ist ein geleastes Fahrzeug. Das habe ich höchstens drei Jahre. Was ich gut finde ist, dass der Truck dadurch immer auf dem neuesten Stand der Technik ist. Bei der BTK haben wir Helferlein für die Sicherheit wie Abstandsregeltempomat, Bremsassistent und solche Sachen. Da hat sich echt einiges getan, seit ich 1993 mit dem Fahren angefangen habe.

Wie haben Sie denn Ihre Begeisterung für schwere Fahrzeuge entdeckt?

Nach dem Abitur war ich zuerst als Panzerfahrer beim Militärdienst und habe mich dann aber für eine Ausbildung als Energieelektroniker entschieden. Aber irgendwie bin ich dann direkt nach meiner Lehre eher zufällig in den Fahrerberuf reingerutscht und ihm treu geblieben.

Seither touren Sie kreuz und quer durch die Lande. Auch in der Zeit als ihre Söhne auf die Welt kamen. Wie war das für Sie?

Es war damals in den 90ern und auch heute noch ein komisches Gefühl nur wenige Kilometer an meinem Heimatdorf vorbeizufahren. Nur selten hatte ich die Zeit zum Reinschauen. Das ist ein Nachteil. Aber auf der anderen Seite ist es auch kein „Nine-to-five-Job. Es gibt keine Stechuhr. Jeder Tag ist anders.

Viele Stunden am Steuer und Schlafen in der Fahrerkabine – klingt nicht gerade nach Wellness. Wie halten Sie sich fit?

Wenn Sie Sport unterwegs meinen, das mache ich nicht. Am Wochenende gehe ich regelmäßig Schwimmen. Das reicht offensichtlich, denn Rückenschmerzen habe ich nicht.

Sie starten meistens am Montagmorgen und sind fast immer am Freitag zurück. Wie vereinbaren Sie Beruf und Freizeit?

Ich wohne in Beyernaumburg, das ist ein 800-Seelen-Dorf in Sachsen-Anhalt. Dort bin ich aufgewachsen. Da kennt man sich. Zwei meiner Brüder leben noch dort und ich habe einen großen Freundeskreis. Aber auch unter der Woche habe ich immer wieder freie Zeit. Da freue ich mich immer wenn ich einen der anderen 151 grünen Sattelzüge mit den großen weißen Buchstaben sehe und einen Schwatz halten kann.

Sie sind also allein aber fühlen sich nicht einsam, wenn Sie so unterwegs sind. Richtig?

Auf jeden Fall! Bei Problemen kann ich immer im Büro anrufen. Und mit unseren Stammkunden kann man sich auch immer wieder gut unterhalten. Das macht viel aus. Mir macht der Job Spaß.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Reis!



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